spatschlucht.hütte

das haus und sein trägerverein

Das Haus wurde 1951 von der Evangelische Gemeindejugend Schriesheim in Eigenleistung erbaut. Zunächst bestand es nur aus dem zweigeschossigen Haupthaus (Haus 1).

Einige Jahre später wurde das Nebengebäude (Haus 2) dazugebaut.

Um das Haus unabhängig von der Kirchengemeinde Schriesheim zu betreiben, wurde 1951 von den Erbauern der Verein „Evangelisches Waldheim Spatschlucht e.V.“ gegründet, in dem diese dann solange es ihnen zeitlich und durch ihre räumliche Nähe zu Schriesheim möglich war, als Vorstand und Mitglieder tätig waren.

Der Verein besteht einschließlich Vorstandschaft z.Z. aus 20 Mitgliedern, die für den Verein seit der Zeit zwischen 1965 und 1980 tätig sind. Von den Gründungsmitgliedern ist noch ein Mitglied im Verein tätig

Sinn und Zweck des Vereins ist der Betrieb, die Erhaltung und Modernisierung des Hauses. Der Verein möchte mit seinen Aktivitäten Jugendlichen einen preiswerten und erlebnisreichen Wochenend- oder Ferienaufenthalt ermöglichen.

Dies ist nur möglich, weil alle anfallenden Arbeiten wie Verwaltung und Vermietung, Reparaturen, Renovierungen und Neugestaltung von den Vereinsmitgliedern ehrenamtlich in ihrer Freizeit durchgeführt und die finanziellen Mittel gezielt nur für Material- Sach- und Energiekosten verwendet werden.

Vorstand und Vereinsmitglieder erhalten dafür keinerlei Vergütung oder sonstige Vergünstigungen . Die ideale Lage des Hauses mitten im Wald stellt an den Betrieb des Hauses, die Verbesserung des Komforts sowie die Durchführung der anfallenden Arbeiten besondere Anforderungen.

Hier einige Beispiele:

Um das Haus mit fließendem Wasser aus der Wasserversorgung der Stadt Schriesheim zu versorgen, musste eine eigene ca. 1,8 km lange Wasserleitung vom Eingang des Tales unter Wiesen, Wald und Wegen bis zum Haus verlegt werden. Da Wasser ja bekanntlich nicht den Berg hinauf fließt, musste ebenfalls am Eingang des Tales ein im Winter beheiztes Pumpenhaus gebaut werden, in dem eine Hochdruckpumpstation den Wasserdruck auf 14 bar erhöht, damit im ca. 100 Höhenmeter höher stehenden Haus das Wasser noch mit einem Druck von ca. 2- 4 bar aus dem Hahn fließt.

Davor gab es hier nur Wasser aus der Quelle, wodurch weder in der Küche noch in den Waschräumen fließend Wasser zur Verfügung stand. Es gab deshalb keine Spültoiletten sondern nur „Plumsklos“. Auch die Telefonleitung wurde mit der Wasserleitung in der Erde verlegt.

Um das Haus mit Elektroenergie zu versorgen, musste eine Generator/ Batteriestation gebaut werden. Ein Generator lädt über ein Ladegerät, welches bei 24 Volt 50 Ampere leistet, die Spezialbatterien der Batteriestation auf. (zum Vergleich: ein normales Autobatterie Ladegerät leistet bei 12 Volt ca. 6- 8 Ampere) Ein Wechselrichter wandelt die 24 Volt Gleichspannung in eine stabile 240 Volt Wechselspannung um. Die Steuerung erkennt, wann die Batterien die Entladegrenze erreicht haben und startet den Generator automatisch. Nach ca. 2 Stunden sind die Batterien wieder geladen und der Generator schaltet sich ab.

Davor gab es nur spärliches Licht aus Gaslampen, welche immer einzeln angezündet werden mussten, oft defekt waren und aus Propangasflaschen, die immer zum ungünstigsten Zeitpunkt leer waren, mit Gas versorgt wurden.

Um das Haus komfortabel und umweltfreundlich mit Gasöfen zu beheizen, musste eine Gasversorgung und ein ausreichend großer Flüssiggasbehälter installiert werden. Dadurch kann ohne Sorge ob das Gas reicht mit Propangas gekocht, das Haus beheizt, sowie der Warmwasserboiler und der Generator betrieben werden.

Davor gab es kein fließend warmes Wasser, die Ölöfen mussten mit einer Kanne mit Öl befüllt werden, welches zuerst per Handpumpe aus einem Tank in die Kanne gepumpt werden musste Wenn nachts das Öl im Ofentank leer wurde, war morgens die Bude kalt. Das Essen auf dem Herd hörte plötzlich auf zu kochen, weil die Gasflasche leer war und der Generator musste mit Benzin gefüllt und von Hand gestartet werden. Da das Haus nicht durchgängig beheizt werden konnte, mussten während der Frostperiode die Wasserleitungen entleert werden. Dadurch war das Haus in dieser Zeit nicht nutzbar.

Es könnten hier noch viele Beispiele geschildert werden. Spatschluchtveteranen unter unseren Gästen können sich bestimmt noch gut an diese „romantischen Zeiten“ erinnern.

Man kann nur erahnen, welch hoher Arbeits- Finanz- und Technikaufwand erforderlich ist, um das Haus mit diesem relativ bescheidenen, von uns allen gewohnten und nicht immer geschätzten Komfort auszustatten.

Da wir möchten, dass sich unsere Gäste in unserem Haus wohl fühlen, erwarten wir von allen Gästen einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Haus und seinen Einrichtungen sowie eine gründliche Reinigung bei der Abreise.

Wir wünschen unseren Gästen einen angenehmen, erholsamen und erlebnisreichen Aufenthalt

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© 2015 Gilbert Lauer.